Was dich erwartet
Der Weg hinauf ist schon Teil des Erlebnisses: Durch eine enge Wendeltreppe steigst du in den Dachstock der Kirche St Thomas an der St Thomas Street. Unter den alten Dachbalken hängen Pflanzenbündel, daneben stehen Gläser und Instrumente, mit denen früher geschröpft, zur Ader gelassen oder der Schädel geöffnet wurde. Hier lagerte einst der Apotheker des Spitals seine Heilkräuter.
Gleich daneben liegt der eigentliche Grund für den Besuch: ein Operationssaal von 1822, der älteste erhaltene in Grossbritannien. Um den Operationstisch stehen noch die Holzbänke für die Studenten im Halbkreis. Operiert wurde hier noch ohne Narkose, so schnell wie möglich und vor Publikum. Wenn du dir das in diesem engen Raum vorstellst, läuft dir ein Schauer über den Rücken. Kleine Ausstellungen erzählen ausserdem von Florence Nightingale und der Krankenpflege.
Geschichte in Kürze
Die Kirche entstand Ende des 17. Jahrhunderts, als das St Thomas' Hospital weitgehend neu gebaut wurde. Ihr grosser Dachstock diente als Kräuterlager. 1822 baute man einen Teil davon zum Operationssaal um, weil gleich nebenan die Frauenstation für Chirurgie lag. Vorher war direkt im Krankensaal operiert worden. Behandelt wurden hier nur Frauen, meist arme Patientinnen.
Bis 1847 gab es keine Betäubung, und von Keimen wusste man noch nichts, weshalb viele die Eingriffe nicht überlebten. 1862 zog das Spital nach Lambeth, der Saal wurde verschlossen und geriet in Vergessenheit. Erst 1957 entdeckte man ihn wieder, 1962 öffnete er als Museum.
Häufige Fragen
Was kostet der Eintritt?
Erwachsene zahlen £10.
Wann ist das Museum geöffnet?
Donnerstag bis Sonntag von 10.30 bis 17 Uhr, der letzte Einlass ist um 16.15 Uhr. Montag bis Mittwoch ist zu.
Ist das Museum barrierefrei?
Nur eingeschränkt: Der Hauptzugang führt über eine Wendeltreppe mit 52 Stufen, einen barrierefreien Eingang gibt es aber auf vorherige Anfrage beim Museum.
Wie alt ist der Operationssaal?
Er stammt von 1822 und ist der älteste erhaltene in Grossbritannien.